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Geeignete Mitarbeiter zu finden ist heute mehr als nur schwierig. In Industrie- und Supply-Chain-Umfeldern entwickelt sich der Fachkräftemangel zu einem strategischen Risiko, das Produktivität, operative Stabilität, Innovationsfähigkeit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit beeinflusst.
Der Arbeitskräftemangel in der Industrie lässt sich als ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen offenen Positionen und verfügbaren qualifizierten Arbeitskräften beschreiben. Ursachen sind demografische Entwicklungen, wirtschaftlicher Druck und wachsende Qualifikationslücken. Was früher als zyklisches Problem galt, ist heute eine langfristige Transformation, die Unternehmen nicht mehr reaktiv bewältigen können.
Eine globale und strukturelle Talentlücke
Laut dem Global Talent Crunch Report von Korn Ferry könnte der weltweite Mangel an Fachkräften bis 2030 85 Millionen Menschen erreichen. Dieses Defizit ist weder regional noch branchenspezifisch – es ist global und strukturell.
Zentrale Zahlen verdeutlichen die Dimension:
Industrie und Supply Chain gehören zu den am stärksten betroffenen Bereichen, da sie technisches Know-how, operative Erfahrung und Anpassungsfähigkeit kombinieren müssen – Kompetenzen, die zunehmend schwerer zu finden sind.
Warum Industrie – und insbesondere Packaging – an Attraktivität verliert
Mehrere Faktoren beeinflussen die Wahrnehmung industrieller Berufe:
Diese Kombination erschwert sowohl die Rekrutierung als auch die langfristige Bindung von Mitarbeitern.
Automatisierung: notwendig, aber nur ein Teil der Lösung
Automatisierung wird häufig als Antwort auf den Fachkräftemangel gesehen – und sie ist tatsächlich ein wichtiger Bestandteil. In den letzten zehn Jahren ist sie deutlich erschwinglicher geworden.
Nach Angaben von Eurostat ist der Stundensatz für Automatisierung von etwa 50 € auf rund 10 € gesunken, während die Arbeitskosten aufgrund steigender Lebenshaltungskosten zugenommen haben. Das hat Investitionen in Automatisierung beschleunigt.
Automatisierung funktioniert jedoch nicht überall. Ihr größter Nutzen liegt in:
Gleichzeitig bleibt Technologie auf Menschen angewiesen. Automatisierte Systeme benötigen qualifizierte Fachkräfte, um:
Automatisierung reduziert manuelle Arbeit, erhöht jedoch den Bedarf an höherqualifizierten Kompetenzen. Die Talentlücke verschwindet nicht – sie verschiebt sich.
Was Fachkräfte heute wirklich erwarten
Um Talente zu gewinnen und zu halten, reicht Vergütung allein nicht mehr aus. Zwar bleibt eine faire Bezahlung zentral, doch die Erwartungen haben sich verändert.
Heute zählen besonders:
Mitarbeiterbindung beginnt im Unternehmen selbst – durch Kultur, Führung und Entwicklungsperspektiven.
Vom Recruiting zur langfristigen Talentstrategie
Kurzfristig ist Recruiting unvermeidlich. Mittel- und langfristig brauchen Unternehmen jedoch eine strukturierte Talent-Acquisition-Strategie.
Wesentliche Bausteine sind:
Unternehmen bekommen selten eine zweite Chance für eine gelungene Integration.
Implikationen für die Industrie
Der Fachkräftemangel hat direkte strategische Auswirkungen:
Wer diese Dimensionen nicht gemeinsam adressiert, riskiert Wachstumsverluste und geringere Resilienz.
Menschen als Wettbewerbsvorteil
Der Arbeitskräftemangel ist keine vorübergehende Störung, sondern eine strukturelle Veränderung. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die Technologie, Arbeitsbedingungen und Personalentwicklung in Einklang bringen.
Am Ende wird nicht Automatisierung allein den Unterschied machen, sondern Menschen – unterstützt durch die richtigen Werkzeuge, Kompetenzen und Strategien.